


Im Territorium
sind auch die Klöster bedeutend. Die schönsten Beispiele findet man in Franciacorta,
dessen Name einer Vermutung nach von der Präsenz von Klöstern abstammt, die
von den Steuern befreit waren und dafür das Land bestellten und der Bevölkerung
die Landwirtschaft lehrten.
Nicht zu verpassen sind die Abtei der Olivetaner San Nicola, San Pietro in
Lamosa und das Kloster Annunciata. Die Abtei San Nicola in Rodengo Saiano
wurde im 10. Jahrhundert von Odo aus Cluny gegründet und von den Olivetanermönchen
ab 1446 bis zur Schließung des Ordens zu napoleonischer Zeit geführt (die
Olivetaner sind auf Wunsch von Papst Paul VI: 1969 in das Kloster zurückgekehrt).
Wertvoll sind die im Gebäude sichtbaren Intarsien von Raffaele aus Brescia,
teils nach Entwürfen von Romanino, der seinerseits die Wände eines Saals bemalt
hat (jetzt in der Pinakothek in Brescia), sowie das Altarbild mit dem Hl.
Peter und dem Hl. Paulus von Moretto. Im Refektorium kann man hingegen eine
Kreuzigung aus der Schule von Foppa bewundern.
Der älteste Bereich des Klosters San Pietro di Lamosa in Provaglio d’Iseo
steht vermutlich auf einem römischen Tempel in Mitra und stammt aus dem 11.
Jahrhundert. Das romanische Gebäude wurde den Mönchen aus Cluny geschenkt,
die es während der vier Jahrhunderte ihres Aufenthalts weiter ausgebaut haben.
Unter der Orgel betritt man ein schönes Kloster, während auch die barocke
Kapelle vor der Kirche Aufmerksamkeit verdient. Die aus dem 15. und 16. Jahrhundert
stammenden Fresken können keinem Künstler eindeutig zugeschrieben werden.
Das Kloster Annunciata in Rovato ist ein 1449 von den Serviten gegründeter
Klosterkomplex mit sehr originellen Eigenschaften aus dem 15.-18. Jahrhundert.
Die Kirche wurde gemeinsam mit dem Kreuzgang 1503 beendet. Wertvoll sind die
Tiefenreliefs in den Kapitellen. In der Kirche ist im Chor neben antiken Fresken
„die Verkündung“ von Romanino zu sehen. Vom Kloster aus hat man an klaren
Tagen eine herrliche Sicht.